Wasser für die Hydroponik: Messstift im Wasser mit Pflanzenwurzeln
Hydroponik Wissen

Wasserarten in der Hydroponik: Welches Wasser ist das beste?

Leitungswasser, Regenwasser, Osmosewasser oder Brunnenwasser: Wie du dein Wasser misst, was weich und hart bedeutet, warum enthärtetes Wasser nicht in den Tower gehört und welcher Dünger zu deinem Wasser passt.

💧
Weich: EC unter 0,3
ohne Dünger gemessen, mein Wasser hat 0,25
⚖️
Mittel: 0,3 bis 0,5
bringt schon etwas Calcium und Magnesium mit
🪨
Hart: über 0,5
halb und halb mit Regen- oder Osmosewasser mischen
🚫
Kein Enthärter
enthärtetes Wasser enthält Natrium
Kostenloses Werkzeug
Was hast du für Wasser? Wasserhärte nach Postleitzahl

Gib deine Postleitzahl oder deinen Ort ein und sieh, ob dein Leitungswasser weich, mittel oder hart ist. Mit Quelle deines Versorgers und dem passenden Dünger.

Wasserhärte nachsehen ›

Warum dein Wasser so wichtig ist

In der Hydroponik gibt es keine Erde, die Nährstoffe speichert oder ausgleicht. Alles, was deine Pflanzen bekommen, steckt im Wasser. Darum ist das Wasser die Grundlage deiner Nährlösung. Und Wasser ist nicht gleich Wasser: Je nachdem, wo du wohnst, bringt dein Leitungswasser schon viel oder fast nichts mit.

Gelöste Stoffe im Wasser leiten Strom. Das misst dein EC-Gerät, in mS/cm oder µS/cm. Der Kalk aus deinem Leitungswasser zählt dabei schon mit, bevor du überhaupt düngst. Darum ist der erste Schritt immer derselbe: Miss dein Wasser ohne Dünger. Dann weißt du, welches Wasser du hast und was du daraus machst.

Die gute Nachricht: Mit fast jedem Leitungswasser klappt Hydroponik. Du musst nur wissen, was drin ist, und den passenden Dünger nehmen.

1Erst messen: dein Wasser ohne Dünger

Das dauert eine Minute und spart dir viel Ärger.

  1. Lass das Wasser kurz laufen und füll einen sauberen Becher.
  2. Halte das Messgerät hinein, bis die Spitze ganz im Wasser ist, und schwenk es ein paar Sekunden.
  3. Warte, bis die Zahl nicht mehr springt, und lies den EC ab.
  4. Miss auch den pH. Leitungswasser liegt meist über pH 7.
  5. Schreib dir beide Werte auf. Sie sind dein Startpunkt für jede Nährlösung.

Achte auf die Einheit: 1 mS/cm sind 1000 µS/cm. Zeigt dein Gerät 250 µS/cm, sind das 0,25 mS/cm. Manche Geräte zeigen außerdem ppm. Das ist nur eine Schätzung der gelösten Salze, und jedes Gerät rechnet sie etwas anders um. Für dich zählen EC und pH.

Mein Wasser
EC 0,25
Härte
etwa 4 °dH
pH ohne Dünger
etwa 7,3
Einordnung
sehr weich

Mein Wasser in Falkenstein ist mit etwa 4 °dH sehr weich. Der EC liegt ohne Dünger bei nur 0,25. Mit diesem Wasser arbeite ich am liebsten: Es ist kaum etwas Unbekanntes drin, und ich baue die Nährlösung selbst auf. Meine Pflanzen bekommen genau das, was ich mit dem Dünger hineingebe.

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Wasserhärte: weich, mittel oder hart?

Leitungswasser enthält gelöstes Calcium und Magnesium, also Kalk. Die Menge heißt Wasserhärte und wird in Deutschland in °dH angegeben, also in Grad deutscher Härte. Die Wasserversorger teilen ihr Wasser in drei Härtebereiche ein. Deinen Härtebereich findest du bei deinem Wasserversorger, meist auf seiner Internetseite.

Dein WasserHärteEC ohne Dünger (mS/cm)Was drin ist
weichunter 8,4 °dHunter 0,3 (meins: 0,25)wenig Calcium und Magnesium
mittel8,4 bis 14 °dH0,3 bis 0,5mittlerer Gehalt an Calcium und Magnesium
hartüber 14 °dHüber 0,5viel Calcium und Magnesium
Regenwasserfast 0fast 0kaum gelöste Salze
Osmosewasserfast 0fast 0kaum gelöste Salze

Die EC-Werte sind Richtwerte. Härte und EC hängen zusammen, sind aber nicht dasselbe, denn im Wasser steckt mehr als nur Kalk. Für die Praxis reicht der EC, den du selbst misst. Er sagt dir direkt, wie viel schon im Wasser ist.

Was die Härte für dich bedeutet

Kalk ist gelöstes Salz und zählt beim EC mit. Hartes Wasser hat darum einen höheren Start-EC, bevor der erste Tropfen Dünger drin ist. Außerdem enthält es viel Hydrogencarbonat, und das schiebt den pH ständig nach oben. Du brauchst dann öfter pH-Minus, und es braucht mehr Tropfen, weil der Kalk die Säure abfängt.

Weiches Wasser bringt dagegen kaum Calcium und Magnesium mit. Das muss dann komplett der Dünger liefern. Außerdem puffert weiches Wasser kaum: Der pH bewegt sich schneller, darum misst du ihn nach dem Anmischen in den ersten Tagen öfter.

💡 Der Ziel-EC gilt für alles im Wasser
Rechne den EC deines Wassers nicht heraus. Der Ziel-EC gilt für alles, was am Ende im Wasser ist, also Wasser plus Dünger. Liegt dein Wasser ohne Dünger schon bei 0,8, ist der Anzucht-Wert von etwa 0,4 bis 0,5 überschritten, bevor du düngst. Dann streckst du das Wasser mit Regen- oder Osmosewasser.

Die Wasserarten im Vergleich

WasserTypischer ECFür HydroponikWorauf du achtest
Leitungswasser weichunter 0,3sehr gutDünger mit Calcium und Magnesium nehmen
Leitungswasser mittel0,3 bis 0,5gutweniger Calcium dazu, pH im Blick behalten
Leitungswasser hartüber 0,5geht, besser gestreckthalb und halb mischen, Dünger für hartes Wasser
Regenwasserfast 0sehr gut zum Mischensauber auffangen, vorher EC und pH messen
Osmosewasserfast 0sehr gutDünger muss alles liefern, auch Calcium und Magnesium
Brunnenwassersehr unterschiedlichnur nach einer AnalyseNatrium, Eisen, Chlorid und Nitrat prüfen lassen
enthärtetes Wasserje nach Ausgangswasserungeeignetenthält Natrium statt Kalk

Leitungswasser

Leitungswasser ist die einfachste Quelle, und in Deutschland hat es Trinkwasserqualität. Es liegt meist über pH 7. Das ist Absicht: Die Wasserwerke halten es so, damit das Wasser die Leitungen nicht angreift. Dein Dünger senkt den pH wieder, und den Rest stellst du mit wenigen Tropfen pH-Minus ein.

Ein Tipp aus meinem Buch: Hat das Wasser über Nacht in alten Kupferleitungen gestanden, kann es mehr Kupfer enthalten. Kupfer braucht die Pflanze nur in winzigen Mengen, zu viel schadet den Wurzeln. Lass das Wasser darum morgens erst kurz laufen, bevor du die Nährlösung ansetzt.

Regenwasser

Regenwasser hat fast keine gelösten Salze und einen EC nahe 0. Damit ist es ideal, um hartes Leitungswasser zu strecken. Fang es am besten von einem sauberen Dach in einer abgedeckten Tonne auf. Die Abdeckung hält Laub, Schmutz und Licht fern, sonst wachsen schnell Algen. Miss vor dem Einsatz EC und pH, denn je nach Dach und Rinne kann etwas mitkommen.

Draußen spielt der Regen auch im Tower mit: Er verdünnt die Nährlösung. Miss nach einem kräftigen Regen den EC und gib bei Bedarf etwas Dünger nach.

Osmosewasser

Eine Osmoseanlage drückt das Wasser durch eine sehr feine Membran und filtert dabei fast alle gelösten Salze heraus. Übrig bleibt Wasser mit einem EC nahe 0. Die Nährlösung baust du dann komplett mit dem Dünger auf. Achte darauf, dass dein Dünger Calcium und Magnesium mitbringt, denn im Osmosewasser ist davon nichts mehr drin.

Ich habe selbst eine Osmoseanlage. Bei meinem weichen Wasser brauche ich sie aber nicht. Sie lohnt sich vor allem, wenn dein Wasser sehr hart ist oder du kein Regenwasser sammeln kannst. Eine Osmoseanlage ist eine Empfehlung, kein Muss.

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Brunnenwasser

Brunnenwasser ist sehr unterschiedlich. Es kann viel Kalk, Eisen, Natrium oder Chlorid enthalten, und manchmal auch Nitrat. Pflanzen wachsen damit vielleicht trotzdem, aber du weißt nicht, was in deinem Gemüse landet. Ist dein Brunnen nicht als Trinkwasser geprüft, lass das Wasser deshalb im Labor untersuchen, bevor du es für die Nährlösung nimmst. Ist der Natrium-, Chlorid- oder Eisengehalt zu hoch, hilft eine Osmoseanlage.

Enthärtetes Wasser: Finger weg

Eine Enthärtungsanlage im Haus tauscht den Kalk gegen Natrium. Das Wasser ist danach weich, aber Natrium brauchen Pflanzen nicht. Die Pflanzen verbrauchen es kaum, darum reichert es sich mit jedem Nachfüllen im Tank an und schadet den Wurzeln. Für Hydroponik ist dieses Wasser ungeeignet. Hast du eine Enthärtungsanlage, nimm Wasser von einem Hahn vor der Anlage, zum Beispiel den Gartenanschluss, oder nimm Regen- oder Osmosewasser.

💡 Weich ist nicht gleich weich
Natürlich weiches Wasser wie meins hat wenig gelöste Salze. Enthärtetes Wasser sieht im Härte-Test zwar weich aus, steckt aber voller Natrium. Der EC zeigt dir das: Enthärtetes Wasser hat trotz niedriger Härte etwa denselben EC wie vorher, denn die Salze sind nicht weg, sie sind nur ausgetauscht.
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2Hartes Wasser weicher machen

Mischen ist der einfachste Weg.

Mischst du hartes Leitungswasser halb und halb mit Regen- oder Osmosewasser, halbierst du ungefähr die Härte und den Start-EC. Je härter dein Wasser, desto mehr weiches Wasser kommt dazu. So rutschst du von hart auf mittel oder sogar auf weich.

Leitungswasser (EC ohne Dünger)MischungEC danach, ungefähr
0,61 Teil Leitung + 1 Teil Regen oder Osmose0,3
0,81 Teil Leitung + 1 Teil Regen oder Osmose0,4
1,01 Teil Leitung + 2 Teile Regen oder Osmoseetwa 0,35

Das sind Rechenbeispiele. Miss die Mischung immer nach, denn dein Regen- oder Osmosewasser ist nie ganz genau 0. Hast du deine Mischung gefunden, schreib sie dir auf und misch immer gleich an.

💡 Gut zu wissen
Hartes Wasser ist kein Grund, auf Hydroponik zu verzichten. Mit dem passenden Dünger hältst du auch mit hartem Wasser den pH stabil. Mischen ist ein Angebot, kein Muss.

Welcher Dünger passt zu deinem Wasser?

Es gibt Dünger, die gezielt für weiches oder für hartes Wasser gemacht sind. Der Unterschied steckt im Calcium, im Magnesium und in der Art des Stickstoffs.

Calcium und Magnesium

Viele Dünger enthalten kein Calcium und Magnesium. Die Hersteller gehen davon aus, dass dein Leitungswasser beides mitbringt. Bei weichem Wasser oder Osmosewasser ist aber fast nichts drin. Dann fehlt Calcium für feste Zellwände, und bei Salat werden die Blattränder braun, bei Tomaten die Früchte unten schwarz. Fehlt Magnesium, werden ältere Blätter zwischen den Adern gelb. Dünger für weiches Wasser bringen darum mehr Calcium und Magnesium mit, Dünger für hartes Wasser weniger, weil der Kalk schon einen Teil liefert.

Nitrat und Ammonium

Stickstoff steckt in jedem Dünger, aber in zwei Arten: als Nitrat und als Ammonium. Wie viel Prozent von jeder Art drin ist, steht auf der Packung. Nimmt die Pflanze Ammonium auf, gibt sie Säure ins Wasser ab, und der pH sinkt. Bei Nitrat ist es umgekehrt, der pH steigt. Dünger für weiches Wasser haben darum viel Nitrat und wenig Ammonium. Dünger für hartes Wasser haben mehr Ammonium, das hält den pH unten, den der Kalk ständig nach oben schiebt.

Schau beim Kauf auf die Packung, egal von welchem Hersteller. Steht beim Ammoniumstickstoff nur eine kleine Zahl, ist der Dünger für weiches Wasser gemacht.

Mein Flüssigdünger: gemacht für weiches Wasser

Frankies Flüssigdünger ist für weiches Wasser gemacht. Calcium und Magnesium sind schon drin, ich muss nichts extra zugeben. Das Eisen steckt als Chelat drin, so bleibt es verfügbar, auch wenn der pH mal wandert. Mein Dünger senkt den pH, je mehr Dünger, desto stärker. Schon 0,5 ml pro Liter senken bei mir den pH von etwa 7,3 auf 6,8. Ich nutze ihn für alle Pflanzen von der Aussaat bis zur Wachstumsphase und für Blattpflanzen bis zur Ernte.

Hast du hartes Wasser, kannst du es mit Osmose- oder Regenwasser weicher machen. Das ist eine Empfehlung, kein Muss.

Ab der Blüte: Pulverdünger für weiches oder hartes Wasser

Ab der Blüte mische ich für Tomaten selbst an. Für Frucht und Reife nehme ich bei weichem Wasser einen Pulverdünger mit fast nur Nitrat, bei hartem Wasser einen mit mehr Ammonium. Ich nutze Polka für weiches und Tardo für hartes Wasser. Andere Hersteller haben ähnliche Dünger, die genauso funktionieren. Frag deinen Händler, was er für dein Wasser empfiehlt.

HauptdüngerFürNitratstickstoffAmmoniumstickstoff
Polka 9-10-38weiches Wasser9 %0 %
Tardo 8-12-24hartes Wasser2 %6 %

Weil mein Wasser so weich ist, klettert mit Polka allein mein pH nach oben. Darum mische ich 70 % Polka und 30 % Tardo. Das bisschen Ammonium hält meinen pH ruhig, ganz ohne pH-Minus oder Phosphorsäure. Mehr ist aber nicht besser: Bei 50 zu 50 fiel mein pH nach 3 Tagen auf 4,5. Fachbücher empfehlen bei weichem Wasser höchstens etwa 15 % Ammonium vom Stickstoff. Wie ich das genau mache, steht in meiner Anleitung für Tomaten.

Wie viel Calcium und Magnesium dazukommen

Für die Blüte mische ich Calciumnitrat, Bittersalz und einen Hauptdünger 15-5-30 einzeln ins Wasser. Je härter dein Wasser, desto weniger Calciumnitrat und Bittersalz brauchst du, denn dein Wasser liefert schon einen Teil. Die Mengen sind Startwerte, dein Messgerät entscheidet. Ziel ist ein EC von 2,0 bis 2,5 mS/cm und ein pH von 5,8 bis 6,2.

Dein WasserCalciumnitratBittersalzHauptdünger 15-5-30 (Start)
weich (unter 0,3)6 g / 10 l1 g / 10 l9 g / 10 l
mittel (0,3 bis 0,5)4 g / 10 l1 g / 10 l9 g / 10 l
hart (über 0,5)3 g / 10 l0,5 g / 10 l7 g / 10 l

Streckst du hartes Wasser mit Regenwasser, rutschst du eine Stufe tiefer und nimmst die Werte für mittleres Wasser. Arbeitest du mit einem Dreifachdünger, hilft dir mein Düngerberechnungstool.

3Wasser im Alltag: nachfüllen, messen, sauber halten

Das Wasser verändert sich jeden Tag.

Nachfüllen

Im laufenden Tower wechsle ich das Wasser nicht ständig. Ich fülle mit fertiger Nährlösung nach, messe und gleiche aus: Ist der EC zu niedrig, kommt etwas Dünger dazu, ist er zu hoch, reines Wasser. Denk daran: Füllst du mit hartem Leitungswasser nach, bringt jede Kanne neuen Kalk mit, und der pH steigt. Wie du das Wasser komplett tauschst, liest du bei Wasserwechsel beim Pflanzturm.

Wassertemperatur

Zwischen 18 und 22 °C arbeiten die Wurzeln gut, bis 24 °C ist es noch in Ordnung. Ist das Wasser kälter als 18 °C, wachsen die Pflanzen langsamer. Ab etwa 25 °C hält das Wasser zu wenig Sauerstoff, und Wurzelfäule entsteht schneller. Dann helfen ein Luftsprudler, Schatten und ein geschützter Platz für den Tank. Mehr dazu bei der richtigen Wassertemperatur.

Licht vom Wasser fernhalten

Wo Licht auf Nährlösung trifft, wachsen Algen. Halte deinen Tank, die Regentonne und offene Gefäße deshalb dunkel und abgedeckt. Weiße Krusten am Tower oder an den Netztöpfen sind übrigens Kalk aus deinem Wasser. Das ist harmlos. Am Saisonende wischst du sie mit Essig oder Zitronensäure ab.

pH-Ziel
5,8
pH gut
5,5 bis 6,5
Wasser
18 bis 22 °C
Messen
etwa alle 3 Tage

Für genaueres Messen nutze ich einen hochwertigen Stift. Er zeigt den EC in mS/cm, misst schneller und schickt die Werte aufs Handy.

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Meine Regeln für das richtige Wasser

RegelWarum
zuerst das Wasser ohne Dünger messendann weißt du, welches Wasser du hast
immer erst EC, dann pHder Dünger verschiebt den pH
der Ziel-EC gilt für alles im Wasserden Wasser-EC nicht herausrechnen
bei weichem Wasser Dünger mit Calcium und Magnesiumdas Wasser bringt kaum etwas mit
hartes Wasser halb und halb streckenHärte und Start-EC halbieren sich ungefähr
kein enthärtetes WasserNatrium reichert sich an und schadet den Wurzeln
Brunnenwasser erst untersuchen lassendu weißt sonst nicht, was drin ist
Regenwasser sauber und abgedeckt sammelnkein Schmutz, keine Algen
morgens das Wasser kurz laufen lassenweniger Kupfer aus alten Leitungen

Mehr dazu, wie du die Qualität deiner Nährlösung im Blick behältst, liest du in meinem Beitrag Wasserqualität in der Hydroponik.

Häufige Fragen zu Wasserarten in der Hydroponik

Welches Wasser ist das beste für Hydroponik?
Am einfachsten ist weiches Wasser mit einem EC unter 0,3 mS/cm ohne Dünger. Dann ist kaum etwas Unbekanntes drin, und du baust die Nährlösung mit einem Dünger mit Calcium und Magnesium selbst auf. Regen- und Osmosewasser sind ebenfalls sehr gut geeignet.
Was mache ich als Erstes mit meinem Wasser?
Du misst es ohne Dünger, also EC und pH. Dann weißt du, ob dein Wasser weich, mittel oder hart ist, und kannst den passenden Dünger wählen.
Ab welchem EC gilt Wasser als weich?
Hat dein Wasser ohne Dünger einen EC unter 0,3 mS/cm, ist es weich. Mittleres Wasser liegt bei 0,3 bis 0,5, hartes Wasser über 0,5. Mein Wasser hat 0,25.
Welche Härtebereiche gibt es in °dH?
Weich ist Wasser unter 8,4 °dH, mittel zwischen 8,4 und 14 °dH und hart über 14 °dH. Deinen Härtebereich nennt dir dein Wasserversorger.
Was ist Wasserhärte?
Die Menge an gelöstem Calcium und Magnesium im Wasser, also Kalk. Sie wird in °dH gemessen, das steht für Grad deutscher Härte.
Warum hat hartes Wasser schon ohne Dünger einen hohen EC?
Kalk ist gelöstes Salz und leitet Strom. Darum zählt er beim EC schon mit, bevor du düngst. Je härter das Wasser, desto höher der Start-EC.
Ziehe ich den EC meines Wassers vom Ziel-EC ab?
Nein. Der Ziel-EC gilt für alles, was am Ende im Wasser ist, also Wasser plus Dünger. Du misst einfach die fertige Nährlösung.
Was passiert mit dem pH bei hartem Wasser?
Hartes Wasser schiebt den pH ständig nach oben, weil es viel Hydrogencarbonat enthält. Du brauchst öfter pH-Minus und mehr Tropfen, denn der Kalk fängt die Säure ab.
Warum bewegt sich der pH bei weichem Wasser schneller?
Weiches Wasser puffert kaum. Schon kleine Mengen Dünger oder Säure verschieben den pH deutlich. Miss ihn nach dem Anmischen deshalb in den ersten Tagen öfter.
Warum liegt Leitungswasser meist über pH 7?
Die Wasserwerke halten es so, damit das Wasser die Leitungen nicht angreift. Für die Nährlösung senkst du den pH mit dem Dünger und bei Bedarf mit wenigen Tropfen pH-Minus auf 5,5 bis 6,5.
Kann ich enthärtetes Wasser für Hydroponik nehmen?
Nein. Eine Enthärtungsanlage tauscht den Kalk gegen Natrium. Natrium brauchen Pflanzen nicht, es reichert sich im Tank an und schadet den Wurzeln. Nimm Wasser von einem Hahn vor der Anlage oder Regen- oder Osmosewasser.
Wie mache ich hartes Wasser weicher?
Am einfachsten mischst du es halb und halb mit Regen- oder Osmosewasser. Damit halbierst du ungefähr die Härte und den Start-EC. Je härter dein Wasser, desto mehr weiches Wasser kommt dazu.
Was ist Osmosewasser?
Wasser, das durch die sehr feine Membran einer Osmoseanlage gedrückt wurde. Dabei werden fast alle gelösten Salze herausgefiltert. Übrig bleibt Wasser mit einem EC nahe 0.
Worauf achte ich bei Osmosewasser?
Im Osmosewasser ist kein Calcium und kein Magnesium mehr. Dein Dünger muss beides mitbringen, denn die Nährlösung baust du komplett selbst auf.
Brauche ich eine Osmoseanlage?
Nicht unbedingt. Sie lohnt sich vor allem bei sehr hartem Wasser oder wenn du kein Regenwasser sammeln kannst. Ich habe selbst eine, brauche sie bei meinem weichen Wasser aber nicht.
Eignet sich Regenwasser für Hydroponik?
Ja, sehr gut, vor allem zum Strecken von hartem Leitungswasser. Es hat fast keine gelösten Salze. Fang es von einem sauberen Dach in einer abgedeckten Tonne auf und miss vor dem Einsatz EC und pH.
Warum decke ich die Regentonne ab?
Die Abdeckung hält Laub und Schmutz fern. Und sie hält das Licht ab, denn wo Licht auf Wasser trifft, wachsen schnell Algen.
Was macht Regen mit der Nährlösung im Tower draußen?
Er verdünnt sie. Miss nach einem kräftigen Regen den EC und gib bei Bedarf etwas Dünger nach.
Kann ich Brunnenwasser nehmen?
Nur, wenn du weißt, was drin ist. Brunnenwasser kann viel Kalk, Eisen, Natrium, Chlorid oder Nitrat enthalten. Ist dein Brunnen nicht als Trinkwasser geprüft, lass das Wasser vorher im Labor untersuchen.
Warum lasse ich das Leitungswasser morgens erst kurz laufen?
Hat das Wasser über Nacht in alten Kupferleitungen gestanden, kann es mehr Kupfer enthalten. Zu viel Kupfer schadet den Wurzeln. Kurz laufen lassen spült dieses Wasser heraus.
Für welches Wasser ist Frankies Flüssigdünger gemacht?
Für weiches Wasser. Calcium und Magnesium sind schon drin, du musst nichts extra zugeben. Hast du hartes Wasser, kannst du es mit Regen- oder Osmosewasser weicher machen.
Wie verändert mein Flüssigdünger den pH?
Er senkt ihn, und je mehr Dünger, desto stärker. Schon 0,5 ml pro Liter senken den pH bei mir von etwa 7,3 auf 6,8. Darum misst du den pH immer erst zum Schluss.
Warum fehlen in manchen Düngern Calcium und Magnesium?
Die Hersteller gehen davon aus, dass dein Leitungswasser beides mitbringt. Bei weichem Wasser oder Osmosewasser ist aber fast nichts drin. Schau deshalb aufs Etikett und nimm einen Dünger mit Calcium und Magnesium.
Woran erkenne ich einen Dünger für weiches Wasser?
Am Stickstoff auf der Packung. Dünger für weiches Wasser haben viel Nitrat und wenig Ammonium. Steht beim Ammoniumstickstoff nur eine kleine Zahl, ist der Dünger für weiches Wasser gemacht.
Warum haben Dünger für hartes Wasser mehr Ammonium?
Nimmt die Pflanze Ammonium auf, gibt sie Säure ins Wasser ab, und der pH sinkt. Das gleicht den Kalk aus, der den pH ständig nach oben schiebt. So bleibt der pH stabil.
Welchen Pulverdünger nutze ich für weiches und welchen für hartes Wasser?
Für Frucht und Reife nutze ich Polka 9-10-38 für weiches Wasser, sein Stickstoff ist nur Nitrat. Für hartes Wasser nutze ich Tardo 8-12-24 mit mehr Ammonium. Ich mische bei meinem sehr weichen Wasser 70 % Polka und 30 % Tardo.
Warum mische ich Polka und Tardo nicht halb und halb?
Bei 50 zu 50 fiel mein pH nach 3 Tagen auf 4,5. Das Ammonium war zu viel. Fachbücher empfehlen bei weichem Wasser höchstens etwa 15 % Ammonium vom Stickstoff, 70 zu 30 liegt darunter.
Brauche ich bei hartem Wasser weniger Calciumnitrat?
Ja. Hartes Wasser bringt schon viel Calcium und Magnesium mit. Für die Blüte nehme ich bei weichem Wasser 6 g Calciumnitrat pro 10 Liter, bei mittlerem 4 g und bei hartem 3 g.
Was sind die weißen Krusten am Tower?
Das ist Kalk aus deinem Wasser. Er ist harmlos. Am Saisonende wischst du ihn mit Essig oder Zitronensäure ab.
Welche Wassertemperatur ist ideal?
Zwischen 18 und 22 °C, bis 24 °C ist es noch in Ordnung. Ab etwa 25 °C hält das Wasser zu wenig Sauerstoff, und Wurzelfäule entsteht schneller.
Womit fülle ich im laufenden Tower nach?
Mit fertiger Nährlösung statt mit reinem Wasser. Danach misst du und gleichst aus: Ist der EC zu niedrig, kommt etwas Dünger dazu, ist er zu hoch, reines Wasser.

Mehr Grundlagen findest du beim EC-Wert, beim pH-Wert, bei den Nährstoffen, beim pH-Wert senken und bei den Algen.

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