
Leitungswasser, Regenwasser, Osmosewasser oder Brunnenwasser: Wie du dein Wasser misst, was weich und hart bedeutet, warum enthärtetes Wasser nicht in den Tower gehört und welcher Dünger zu deinem Wasser passt.
Gib deine Postleitzahl oder deinen Ort ein und sieh, ob dein Leitungswasser weich, mittel oder hart ist. Mit Quelle deines Versorgers und dem passenden Dünger.
Wasserhärte nachsehen ›In der Hydroponik gibt es keine Erde, die Nährstoffe speichert oder ausgleicht. Alles, was deine Pflanzen bekommen, steckt im Wasser. Darum ist das Wasser die Grundlage deiner Nährlösung. Und Wasser ist nicht gleich Wasser: Je nachdem, wo du wohnst, bringt dein Leitungswasser schon viel oder fast nichts mit.
Gelöste Stoffe im Wasser leiten Strom. Das misst dein EC-Gerät, in mS/cm oder µS/cm. Der Kalk aus deinem Leitungswasser zählt dabei schon mit, bevor du überhaupt düngst. Darum ist der erste Schritt immer derselbe: Miss dein Wasser ohne Dünger. Dann weißt du, welches Wasser du hast und was du daraus machst.
Die gute Nachricht: Mit fast jedem Leitungswasser klappt Hydroponik. Du musst nur wissen, was drin ist, und den passenden Dünger nehmen.
Das dauert eine Minute und spart dir viel Ärger.
Achte auf die Einheit: 1 mS/cm sind 1000 µS/cm. Zeigt dein Gerät 250 µS/cm, sind das 0,25 mS/cm. Manche Geräte zeigen außerdem ppm. Das ist nur eine Schätzung der gelösten Salze, und jedes Gerät rechnet sie etwas anders um. Für dich zählen EC und pH.
Mein Wasser in Falkenstein ist mit etwa 4 °dH sehr weich. Der EC liegt ohne Dünger bei nur 0,25. Mit diesem Wasser arbeite ich am liebsten: Es ist kaum etwas Unbekanntes drin, und ich baue die Nährlösung selbst auf. Meine Pflanzen bekommen genau das, was ich mit dem Dünger hineingebe.
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Leitungswasser enthält gelöstes Calcium und Magnesium, also Kalk. Die Menge heißt Wasserhärte und wird in Deutschland in °dH angegeben, also in Grad deutscher Härte. Die Wasserversorger teilen ihr Wasser in drei Härtebereiche ein. Deinen Härtebereich findest du bei deinem Wasserversorger, meist auf seiner Internetseite.
| Dein Wasser | Härte | EC ohne Dünger (mS/cm) | Was drin ist |
|---|---|---|---|
| weich | unter 8,4 °dH | unter 0,3 (meins: 0,25) | wenig Calcium und Magnesium |
| mittel | 8,4 bis 14 °dH | 0,3 bis 0,5 | mittlerer Gehalt an Calcium und Magnesium |
| hart | über 14 °dH | über 0,5 | viel Calcium und Magnesium |
| Regenwasser | fast 0 | fast 0 | kaum gelöste Salze |
| Osmosewasser | fast 0 | fast 0 | kaum gelöste Salze |
Die EC-Werte sind Richtwerte. Härte und EC hängen zusammen, sind aber nicht dasselbe, denn im Wasser steckt mehr als nur Kalk. Für die Praxis reicht der EC, den du selbst misst. Er sagt dir direkt, wie viel schon im Wasser ist.
Kalk ist gelöstes Salz und zählt beim EC mit. Hartes Wasser hat darum einen höheren Start-EC, bevor der erste Tropfen Dünger drin ist. Außerdem enthält es viel Hydrogencarbonat, und das schiebt den pH ständig nach oben. Du brauchst dann öfter pH-Minus, und es braucht mehr Tropfen, weil der Kalk die Säure abfängt.
Weiches Wasser bringt dagegen kaum Calcium und Magnesium mit. Das muss dann komplett der Dünger liefern. Außerdem puffert weiches Wasser kaum: Der pH bewegt sich schneller, darum misst du ihn nach dem Anmischen in den ersten Tagen öfter.
| Wasser | Typischer EC | Für Hydroponik | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Leitungswasser weich | unter 0,3 | sehr gut | Dünger mit Calcium und Magnesium nehmen |
| Leitungswasser mittel | 0,3 bis 0,5 | gut | weniger Calcium dazu, pH im Blick behalten |
| Leitungswasser hart | über 0,5 | geht, besser gestreckt | halb und halb mischen, Dünger für hartes Wasser |
| Regenwasser | fast 0 | sehr gut zum Mischen | sauber auffangen, vorher EC und pH messen |
| Osmosewasser | fast 0 | sehr gut | Dünger muss alles liefern, auch Calcium und Magnesium |
| Brunnenwasser | sehr unterschiedlich | nur nach einer Analyse | Natrium, Eisen, Chlorid und Nitrat prüfen lassen |
| enthärtetes Wasser | je nach Ausgangswasser | ungeeignet | enthält Natrium statt Kalk |
Leitungswasser ist die einfachste Quelle, und in Deutschland hat es Trinkwasserqualität. Es liegt meist über pH 7. Das ist Absicht: Die Wasserwerke halten es so, damit das Wasser die Leitungen nicht angreift. Dein Dünger senkt den pH wieder, und den Rest stellst du mit wenigen Tropfen pH-Minus ein.
Ein Tipp aus meinem Buch: Hat das Wasser über Nacht in alten Kupferleitungen gestanden, kann es mehr Kupfer enthalten. Kupfer braucht die Pflanze nur in winzigen Mengen, zu viel schadet den Wurzeln. Lass das Wasser darum morgens erst kurz laufen, bevor du die Nährlösung ansetzt.
Regenwasser hat fast keine gelösten Salze und einen EC nahe 0. Damit ist es ideal, um hartes Leitungswasser zu strecken. Fang es am besten von einem sauberen Dach in einer abgedeckten Tonne auf. Die Abdeckung hält Laub, Schmutz und Licht fern, sonst wachsen schnell Algen. Miss vor dem Einsatz EC und pH, denn je nach Dach und Rinne kann etwas mitkommen.
Draußen spielt der Regen auch im Tower mit: Er verdünnt die Nährlösung. Miss nach einem kräftigen Regen den EC und gib bei Bedarf etwas Dünger nach.
Eine Osmoseanlage drückt das Wasser durch eine sehr feine Membran und filtert dabei fast alle gelösten Salze heraus. Übrig bleibt Wasser mit einem EC nahe 0. Die Nährlösung baust du dann komplett mit dem Dünger auf. Achte darauf, dass dein Dünger Calcium und Magnesium mitbringt, denn im Osmosewasser ist davon nichts mehr drin.
Ich habe selbst eine Osmoseanlage. Bei meinem weichen Wasser brauche ich sie aber nicht. Sie lohnt sich vor allem, wenn dein Wasser sehr hart ist oder du kein Regenwasser sammeln kannst. Eine Osmoseanlage ist eine Empfehlung, kein Muss.
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Brunnenwasser ist sehr unterschiedlich. Es kann viel Kalk, Eisen, Natrium oder Chlorid enthalten, und manchmal auch Nitrat. Pflanzen wachsen damit vielleicht trotzdem, aber du weißt nicht, was in deinem Gemüse landet. Ist dein Brunnen nicht als Trinkwasser geprüft, lass das Wasser deshalb im Labor untersuchen, bevor du es für die Nährlösung nimmst. Ist der Natrium-, Chlorid- oder Eisengehalt zu hoch, hilft eine Osmoseanlage.
Eine Enthärtungsanlage im Haus tauscht den Kalk gegen Natrium. Das Wasser ist danach weich, aber Natrium brauchen Pflanzen nicht. Die Pflanzen verbrauchen es kaum, darum reichert es sich mit jedem Nachfüllen im Tank an und schadet den Wurzeln. Für Hydroponik ist dieses Wasser ungeeignet. Hast du eine Enthärtungsanlage, nimm Wasser von einem Hahn vor der Anlage, zum Beispiel den Gartenanschluss, oder nimm Regen- oder Osmosewasser.

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Mischst du hartes Leitungswasser halb und halb mit Regen- oder Osmosewasser, halbierst du ungefähr die Härte und den Start-EC. Je härter dein Wasser, desto mehr weiches Wasser kommt dazu. So rutschst du von hart auf mittel oder sogar auf weich.
| Leitungswasser (EC ohne Dünger) | Mischung | EC danach, ungefähr |
|---|---|---|
| 0,6 | 1 Teil Leitung + 1 Teil Regen oder Osmose | 0,3 |
| 0,8 | 1 Teil Leitung + 1 Teil Regen oder Osmose | 0,4 |
| 1,0 | 1 Teil Leitung + 2 Teile Regen oder Osmose | etwa 0,35 |
Das sind Rechenbeispiele. Miss die Mischung immer nach, denn dein Regen- oder Osmosewasser ist nie ganz genau 0. Hast du deine Mischung gefunden, schreib sie dir auf und misch immer gleich an.
Es gibt Dünger, die gezielt für weiches oder für hartes Wasser gemacht sind. Der Unterschied steckt im Calcium, im Magnesium und in der Art des Stickstoffs.
Viele Dünger enthalten kein Calcium und Magnesium. Die Hersteller gehen davon aus, dass dein Leitungswasser beides mitbringt. Bei weichem Wasser oder Osmosewasser ist aber fast nichts drin. Dann fehlt Calcium für feste Zellwände, und bei Salat werden die Blattränder braun, bei Tomaten die Früchte unten schwarz. Fehlt Magnesium, werden ältere Blätter zwischen den Adern gelb. Dünger für weiches Wasser bringen darum mehr Calcium und Magnesium mit, Dünger für hartes Wasser weniger, weil der Kalk schon einen Teil liefert.
Stickstoff steckt in jedem Dünger, aber in zwei Arten: als Nitrat und als Ammonium. Wie viel Prozent von jeder Art drin ist, steht auf der Packung. Nimmt die Pflanze Ammonium auf, gibt sie Säure ins Wasser ab, und der pH sinkt. Bei Nitrat ist es umgekehrt, der pH steigt. Dünger für weiches Wasser haben darum viel Nitrat und wenig Ammonium. Dünger für hartes Wasser haben mehr Ammonium, das hält den pH unten, den der Kalk ständig nach oben schiebt.
Schau beim Kauf auf die Packung, egal von welchem Hersteller. Steht beim Ammoniumstickstoff nur eine kleine Zahl, ist der Dünger für weiches Wasser gemacht.
Frankies Flüssigdünger ist für weiches Wasser gemacht. Calcium und Magnesium sind schon drin, ich muss nichts extra zugeben. Das Eisen steckt als Chelat drin, so bleibt es verfügbar, auch wenn der pH mal wandert. Mein Dünger senkt den pH, je mehr Dünger, desto stärker. Schon 0,5 ml pro Liter senken bei mir den pH von etwa 7,3 auf 6,8. Ich nutze ihn für alle Pflanzen von der Aussaat bis zur Wachstumsphase und für Blattpflanzen bis zur Ernte.
Hast du hartes Wasser, kannst du es mit Osmose- oder Regenwasser weicher machen. Das ist eine Empfehlung, kein Muss.
Ab der Blüte mische ich für Tomaten selbst an. Für Frucht und Reife nehme ich bei weichem Wasser einen Pulverdünger mit fast nur Nitrat, bei hartem Wasser einen mit mehr Ammonium. Ich nutze Polka für weiches und Tardo für hartes Wasser. Andere Hersteller haben ähnliche Dünger, die genauso funktionieren. Frag deinen Händler, was er für dein Wasser empfiehlt.
| Hauptdünger | Für | Nitratstickstoff | Ammoniumstickstoff |
|---|---|---|---|
| Polka 9-10-38 | weiches Wasser | 9 % | 0 % |
| Tardo 8-12-24 | hartes Wasser | 2 % | 6 % |
Weil mein Wasser so weich ist, klettert mit Polka allein mein pH nach oben. Darum mische ich 70 % Polka und 30 % Tardo. Das bisschen Ammonium hält meinen pH ruhig, ganz ohne pH-Minus oder Phosphorsäure. Mehr ist aber nicht besser: Bei 50 zu 50 fiel mein pH nach 3 Tagen auf 4,5. Fachbücher empfehlen bei weichem Wasser höchstens etwa 15 % Ammonium vom Stickstoff. Wie ich das genau mache, steht in meiner Anleitung für Tomaten.
Für die Blüte mische ich Calciumnitrat, Bittersalz und einen Hauptdünger 15-5-30 einzeln ins Wasser. Je härter dein Wasser, desto weniger Calciumnitrat und Bittersalz brauchst du, denn dein Wasser liefert schon einen Teil. Die Mengen sind Startwerte, dein Messgerät entscheidet. Ziel ist ein EC von 2,0 bis 2,5 mS/cm und ein pH von 5,8 bis 6,2.
| Dein Wasser | Calciumnitrat | Bittersalz | Hauptdünger 15-5-30 (Start) |
|---|---|---|---|
| weich (unter 0,3) | 6 g / 10 l | 1 g / 10 l | 9 g / 10 l |
| mittel (0,3 bis 0,5) | 4 g / 10 l | 1 g / 10 l | 9 g / 10 l |
| hart (über 0,5) | 3 g / 10 l | 0,5 g / 10 l | 7 g / 10 l |
Streckst du hartes Wasser mit Regenwasser, rutschst du eine Stufe tiefer und nimmst die Werte für mittleres Wasser. Arbeitest du mit einem Dreifachdünger, hilft dir mein Düngerberechnungstool.
Das Wasser verändert sich jeden Tag.
Im laufenden Tower wechsle ich das Wasser nicht ständig. Ich fülle mit fertiger Nährlösung nach, messe und gleiche aus: Ist der EC zu niedrig, kommt etwas Dünger dazu, ist er zu hoch, reines Wasser. Denk daran: Füllst du mit hartem Leitungswasser nach, bringt jede Kanne neuen Kalk mit, und der pH steigt. Wie du das Wasser komplett tauschst, liest du bei Wasserwechsel beim Pflanzturm.
Zwischen 18 und 22 °C arbeiten die Wurzeln gut, bis 24 °C ist es noch in Ordnung. Ist das Wasser kälter als 18 °C, wachsen die Pflanzen langsamer. Ab etwa 25 °C hält das Wasser zu wenig Sauerstoff, und Wurzelfäule entsteht schneller. Dann helfen ein Luftsprudler, Schatten und ein geschützter Platz für den Tank. Mehr dazu bei der richtigen Wassertemperatur.
Wo Licht auf Nährlösung trifft, wachsen Algen. Halte deinen Tank, die Regentonne und offene Gefäße deshalb dunkel und abgedeckt. Weiße Krusten am Tower oder an den Netztöpfen sind übrigens Kalk aus deinem Wasser. Das ist harmlos. Am Saisonende wischst du sie mit Essig oder Zitronensäure ab.
Für genaueres Messen nutze ich einen hochwertigen Stift. Er zeigt den EC in mS/cm, misst schneller und schickt die Werte aufs Handy.
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| Regel | Warum |
|---|---|
| zuerst das Wasser ohne Dünger messen | dann weißt du, welches Wasser du hast |
| immer erst EC, dann pH | der Dünger verschiebt den pH |
| der Ziel-EC gilt für alles im Wasser | den Wasser-EC nicht herausrechnen |
| bei weichem Wasser Dünger mit Calcium und Magnesium | das Wasser bringt kaum etwas mit |
| hartes Wasser halb und halb strecken | Härte und Start-EC halbieren sich ungefähr |
| kein enthärtetes Wasser | Natrium reichert sich an und schadet den Wurzeln |
| Brunnenwasser erst untersuchen lassen | du weißt sonst nicht, was drin ist |
| Regenwasser sauber und abgedeckt sammeln | kein Schmutz, keine Algen |
| morgens das Wasser kurz laufen lassen | weniger Kupfer aus alten Leitungen |
Mehr dazu, wie du die Qualität deiner Nährlösung im Blick behältst, liest du in meinem Beitrag Wasserqualität in der Hydroponik.
Mehr Grundlagen findest du beim EC-Wert, beim pH-Wert, bei den Nährstoffen, beim pH-Wert senken und bei den Algen.

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