
Wofür du Gitternetztöpfe brauchst, was in den Topf hineinkommt, wann deine Pflanze in den Tower umzieht und wie ein Stützring schwere Pflanzen sicher hält.
Ein Gitternetztopf, auch Netztopf oder Netzkorb genannt, ist ein kleiner Kunststofftopf mit vielen Schlitzen. Er hält deine Pflanze und ihr Anzuchtmedium, zum Beispiel einen Schaumstoffwürfel, an ihrem Platz. Die Wurzeln wachsen durch das Gitter hinaus, direkt ins Wasser und an die Luft. So kommen sie an Nährlösung und Sauerstoff, ganz ohne Erde.
In der Hydroponik ist der Gitternetztopf das Bindeglied zwischen Pflanze und System. Ich nutze ihn überall: in der Anzuchtstation, im Hydro Tower und auch bei der Kratky-Methode. Die Pflanze wächst oben heraus, die Wurzeln hängen unten ins Wasser.

| Vorteil | Was es für deine Pflanze bedeutet |
|---|---|
| Offene Struktur | Die Wurzeln bekommen Luft. Gesunde Wurzeln sind weiß und kräftig. |
| Kein Stau | Überschüssiges Wasser läuft sofort ab, im Topf steht nichts. |
| Freier Weg nach unten | Die Wurzeln wachsen durch die Schlitze direkt in die Nährlösung. |
| Einfach umstecken | Wird es irgendwo eng, ziehst du den ganzen Topf heraus und steckst ihn um. |
| Wiederverwendbar | Nach der Ernte reinigen und neu bepflanzen. |
Meine Gitternetztöpfe haben 5 cm Durchmesser und passen genau in die Pflanzplätze meiner HydroFlex Tower und in meine Anzuchtstationen. Sie sitzen fest, kippen nicht und schließen die Öffnung gut ab. So verdunstet weniger Wasser, und nichts tropft heraus.
Baust du meinen Pflanzturm nach, nimm genau diese Töpfe. Sie sitzen passgenau im HT-DN53-Ring. So bleibt alles an Ort und Stelle, auch bei Wind oder wenn die Pflanze schwere Früchte trägt.

Meine 5-cm-Gitternetztöpfe passen genau in die Pflanzplätze meiner HydroFlex Tower und in meine Anzuchtstationen. Die Stützringe habe ich selbst entwickelt, es gibt sie nur bei mir, und sie passen nur in meine eigenen Gitternetztöpfe.
Gitternetztöpfe im Shop ›Der Topf allein hält keinen Samen. Du brauchst ein Medium, das den Samen feucht hält und den jungen Wurzeln Halt gibt. Das habe ich ausprobiert:
| Medium | So nutze ich es |
|---|---|
| Schaumstoffwürfel | Meine Lieblingsmethode. Günstig, sauber, pH-neutral, krümelt nicht. Der Würfel kommt komplett in den Topf. |
| Kokos | Ideal für Tomaten und Paprika. Ich säe direkt in den Topf und spüle den Kokos bei 6 bis 7 cm Pflanzenhöhe ab. |
| Steinwolle | Viel genutzt im Erwerbsanbau. Ich nutze sie nicht, unbehandelte Steinwolle kann den pH-Wert anheben. |
| Blähton | Gibt Halt, muss aber gründlich gewaschen werden, sonst verändert er die Wasserwerte. Kullert beim Umstecken gern heraus. |
| Stützring | Hält abgespülte Pflanzen ohne Medium und schwere Pflanzen sicher im Topf. |
Mehr zu den Medien liest du auf meiner Seite zum Anbaumaterial.
Anzuchtstation · jeder Würfel hat seinen Platz
In der Anzuchtstation sitzt jeder Würfel in einem eigenen Gitternetztopf. Die Töpfe stecken in einer Platte mit passenden Öffnungen. So klemmen sie fest und schwimmen nicht. Säst du direkt in der Station, ziehst du die Würfel einzeln aus der Matte und setzt sie in die Töpfe. Ziehst du in der Anzuchtbox vor, setzt du um, sobald die Pflänzchen etwa 2 cm hoch sind und unten die ersten Wurzeln aus dem Würfel kommen. Heb den Würfel einfach an und schau von unten nach.
Was ich dafür nutze: meine Anzuchtbox mit 25 Würfeln, die Schaumstoffmatte für 100 Pflanzen und meine Anzuchtstation für 25 oder 35 Pflanzen.
erst knapp im Wasser · dann absenken
Nach dem Umsetzen aus der Box taucht der Topf höchstens 0,5 cm ins Wasser. Säst du direkt in der Station aus, stehen die Würfel etwa zu einem Drittel im Wasser, damit sie sich vollsaugen. Erst wenn bei allen Pflanzen 2 bis 3 cm Wurzeln unten aus dem Topf ragen, senkst du das Wasser ab, sodass etwa 1 cm Luft bleibt. Prüf wirklich jede Pflanze. Senkst du zu früh ab, trocknet eine Pflanze mit kurzen Wurzeln aus.
Der Luftsprudler läuft in der Station von Anfang an mit, Tag und Nacht. Die Wurzeln brauchen Sauerstoff, sonst droht Wurzelfäule.
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ab etwa 5 cm Pflanzengröße
Im Tower ziehe ich keine Samen an. Dort steckt der Würfel mehrere Zentimeter tief im Gitternetztopf, es fehlen Licht und die richtige Keimtemperatur. Die Pflanzen wachsen darum erst in der Station heran. Ab etwa 5 cm Größe, wenn auch die Wurzeln schon länger sind, dürfen sie umziehen.
Den Gitternetztopf mit der Pflanze steckst du einfach in einen freien Pflanzplatz. Die größeren Pflanzen setze ich zuerst, mit genug Abstand, in die Lücken kommen die kleineren. Die Wurzeln dürfen unten heraushängen, so bekommen sie beim nächsten Pumpen gleich Wasser. Wackelt eine Pflanze im Topf, hält sie ein Stützring.
Kohlrabi, Erdbeeren, Tomaten und Gurken werden schwer. Ohne Halt kippen sie oder rutschen im Topf nach unten. Darum habe ich meine eigenen Stützringe entwickelt. Sie sind dünn und biegsam und passen sich dem Stängel an. Ein Ring hält den Stängel im Topf, und später verknoten sich die Wurzeln im Behälter und geben zusätzlich Halt. Bei Tomaten übernimmt oben die Schnur das Gewicht.
Der Ring hat noch einen zweiten Vorteil: Er deckt den Topf oben ab. Dann kommt kein Licht an Würfel und Wurzeln, und es bilden sich weniger Algen. Algen wachsen überall, wo es nass ist, Nährstoffe gibt und Licht hinkommt. Darum setze ich den Ring auch auf Pflanzen mit Würfel.
Wichtig: Meine Stützringe passen nur in meine eigenen Gitternetztöpfe. Blähton oder ein Stück Schaumstoff gehen zur Not auch, halten schwere Pflanzen aber nicht so sicher.
Du musst nicht immer hydroponisch starten. Auch Jungpflanzen aus dem Baumarkt oder Gartencenter kannst du nehmen. Die Erde spülst du vorsichtig mit einem Sprühstrahl von den Wurzeln und spülst mit klarem Wasser nach. Danach hat die Pflanze kein Medium mehr. Lose im Topf würde sie austrocknen, oder der Wind weht sie heraus. Der Stützring hält sie fest im Gitternetztopf.
Bei Tomaten habe ich mit Kokos sogar besonders gute Erfahrungen gemacht. Ich fülle den Gitternetztopf gleich mit Kokoserde und lege den Samen hinein. Die Pflanze wächst oben heraus, die Wurzeln wachsen unten schon durch das Gitter. Sind die Tomaten 6 bis 7 cm hoch, spüle ich den Kokos mit etwa 20 °C warmem Wasser ab, setze einen Stützring ein, und ab geht es in die Anzuchtstation. Spül lieber einmal mehr, denn Kokosreste verstopfen die Pumpe. Mehr dazu in meiner Anleitung zu Tomaten in der Hydroponik.
HydroFlex Tower für drinnen und draußen, Anzuchtbox, Anzuchtstation, Stützringe und mein eigener Dünger. Nach dem Kauf helfe ich dir per WhatsApp weiter.
Zum Shop ›Gitternetztöpfe sind nicht für eine Saison gemacht. Nach der Ernte ziehst du die Pflanze samt Topf heraus, entfernst Wurzeln und Würfel, und der Topf ist bereit für die nächste Pflanze. Beim Pflücksalat erntest du von außen nach innen, beim Kopfsalat ziehst du ihn samt Netztopf heraus, wirfst den Würfel weg, reinigst den Topf und setzt eine neue Jungpflanze ein.
So startest du in die nächste Runde mit sauberem Material. Gerade nach einer Saison mit kranken Wurzeln lohnt sich gründliches Reinigen.
Sie ist zu schwer für den Topf, oder sie hat kein Medium mehr, weil sie aus Erde kommt. Ein Stützring hält sie fest. Bei Tomaten nimmst du zusätzlich eine Schnur von oben.
Das sind Algen. Sie brauchen Licht. Deck den Topf mit einem Stützring ab und achte darauf, dass dein Behälter lichtdicht ist.
Gesunde Wurzeln sind weiß. Werden sie braun und schleimig, fehlt meist Sauerstoff oder das Wasser ist zu warm. Lass den Luftsprudler durchgehend laufen und halte den Behälter kühl und im Schatten.
Im Tower steckt der Samen zu tief im Topf, es fehlt Licht. Zieh deine Pflanzen in der Anzuchtbox oder Anzuchtstation vor und setze sie erst ab etwa 5 cm Größe in den Tower.
Mehr Grundlagen findest du unter Anbaumaterial, pH-Wert und EC-Wert.

Über 170 Seiten, für Anfänger einfach erklärt und mit Videos zu den Themen. Genau so, wie ich selbst anbaue: von der Aussaat bis zur Ernte. Erscheint vor Weihnachten im Shop und bei Amazon.
Mehr zum Buch ›Ein paar Fragen zu Platz, Standort und Ernte-Wunsch, und du bekommst eine Empfehlung.
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